Regulatory Framework: Zweitveröffentlichungsrecht und Open Access als regulatorische Herausforderung
Projektlaufzeit: 1. Oktober 2022 bis 30. September 2023
Projektteam: Das von swissuniversities in Auftrag gegebene Forschungsprojekt ist eine Kooperation von verschiedenen Institutionen aus der Wissenschaft und der Praxis:
Das Center for Information Technology, Society, and Law (ITSL) der Universität Zürich, ist das Leading House des Projekts und zuständig für die Leitung und die Organisation des Projekts.
Weitere Projektpartner:
Die Universität Basel, vertreten durch Prof. Dr. Alfred Früh, Professor für Privatrecht mit Schwerpunkt Life Sciences-Recht und Immaterialgüterrecht;
Universität Genf, vertreten durch Prof. Dr. Gian Paolo Romano, Professor für Internationales Privat- und Zivilverfahrensrecht und Familienrecht an der Universität Genf;
Università della Svizzera italiana (USI) vertreten durch Dr. Anna Picco-Schwendener und Suzanna Marazza;
Hochschule für Wirtschaft Fribourg (HSW-FR), vertreten durch Maya Dougoud, assoziierte Professorin HES;
Universitätsbibliothek Zürich, vertreten durch Prof. Dr. Rudolf Mumenthaler und Dr. Andrea Malits;
SWITCH, vertreten durch Anna Kuhn und Benedikt Saner.
Projektbeschrieb
Im Rahmen der Veröffentlichung wissenschaftlicher Publikationen treten Autorinnen und Autoren ihre Urheberrechte meist an Verlage ab. In der aktuellen Praxis sind die Möglichkeiten paralleler Veröffentlichungen, – sei es bei Verlagen oder auf Repositorien – entsprechend beschränkt und durch Verlage vorgegeben. Eine Zweitveröffentlichung der Publikation gestaltet sich dadurch regelmässig schwierig. Hochschulen und Forschungsförderer fordern seit längerem, dass mit öffentlichen Geldern erarbeitetes und publiziertes Wissen allen Interessierten frei zugänglich sein soll. Der kostenlose Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen über das Internet ist die Grundidee von Open Access. Dadurch nimmt der Druck auf Verlage zu, Zweitveröffentlichungen zuzulassen. Gleichzeitig erhöht sich für Autorinnen und Autoren die Rechtsunsicherheit in Bezug auf parallele Veröffentlichungen und Open Access.
Aus juristischer Sicht drängt sich die Frage auf, ob und wie die Schweiz ein Zweitveröffentlichungsrecht regeln soll. Neben dieser Frage werden weitere regulatorische Herausforderungen im Zusammenhang mit Open Access untersucht.
Das Projekt ist in zwei Teile gegliedert, die in verschiedenen Arbeitspaketen erarbeitet werden.
- Erster Teil: Der erste Teil befasst sich mit dem Zweitveröffentlichungsrecht. In diesem Rahmen wird das Projektteam aus rechtsvergleichender Perspektive mögliche Lösungen für ein Zweitveröffentlichungsrecht identifizieren und darauf aufbauend einen Lösungsansatz für das Schweizer Recht erarbeiten. Zudem werden Guidelines und konkrete Entscheidungshilfen für die Sensibilisierung und Unterstützung der Forschenden erstellt.
- Zweiter Teil: Im zweiten Teil, der sich mit Open Access als regulatorische Herausforderung befasst, werden die verfassungsrechtlichen Grundfragen von Open Access aufgearbeitet sowie arbeits- und datenschutzrechtliche Herausforderungen untersucht. Zwei weitere Arbeitspakete befassen sich mit Fragen des Waren- und Gütertransportes bei Publikationen und bei der Weiterverwendung von Forschungsergebnissen sowie mit Beschaffungs- und kartellrechtlichen Herausforderungen. Während des Projekts werden Workshops für Forschende, Dozierende, Bibliothekar:innen und weitere interessierte Personen durchgeführt, um über die Möglichkeiten im heutigen Recht und nach allfälliger Einführung eines Zweitveröffentlichungsrechts zu informieren.
Die Ergebnisse des Projekts werden voraussichtlich im Herbst 2023 im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung den interessierten Kreisen vorgestellt.